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18:57h, Montag 16.06.2008
Simulierte Verkehrsunfälle an der Karla-Raveh-Schule

Training für mehr Sicherheit


Lemgo. Seit einigen Jahren ist die Karla-Raveh-Gesamtschule des Kreises Lippe in Lemgo regelmäßig Schauplatz für ein ungewöhnliches Verkehrssicherheitstraining. Mit zwei großen LKW fährt die Ferienfahrschule Zöllner einmal im Jahr auf das Gelände der Schule und zeigt den Schülern, wie sie im öffentlichen Straßenverkehr, auf dem Fahrrad oder zu Fuß aus der Perspektive eines LKW-Fahrers wahr- oder auch nicht wahrgenommen werden. Simulierte Unfälle lassen das Training zu einem eindringlichen Erlebnis werden. Landrat Friedel Heuwinkel machte sich jetzt vor Ort ein Bild von dem Sicherheitstraining. Gemeinsam mit der Fahrschule, der lippischen Polizei und dem ADAC wollen die Verantwortlichen der Schule die Schüler auf gefährliche Situationen im alltäglichen Straßenverkehr aufmerksam machen. "Wenn sich Radfahrer oder Fußgänger im toten Winkel eines Fahrzeuges befinden, besteht erhöhte Unfallgefahr", betont Michael Zöllner von der Fahrschule. Er war es, der vor ein paar Jahren gemeinsam mit einigen Schulen das Training in Leben gerufen hat. "Besonders LKW-Fahrer haben ein eingeschränktes Sichtfeld und können beim Rechtsabbiegen Menschen oft nicht wahrnehmen. Daher haben sich die Gesamtschüler beim Sicherheitstraining auch selbst an praktischen Beispielen von der Gefahrenquelle des toten Winkels überzeugen können. Ein nachgespieltes Szenario verdeutlichte eingehend die Gefahren im Zusammentreffen von Fußgängern und LKW. Drei Schüler nehmen im Führerhaus des Fahrzeuges Platz, der Motor läuft im Standgas. Der Rest der Klasse stellt sich hinter den LKW und schreit so laut er kann. Das Ergebnis war auch für die Schüler erschreckend. Im Führerhaus waren die Rufe nicht zu hören. "Fußgänger und Fahrradfahrer müssen auf sich aufmerksam machen und den Blick des Fahrers suchen", weiß Zöllner. Auch die Polizei wies auf einfache  Verhaltensweisen hin, die Unfälle im Straßenverkehr vermeiden können. Auf einer aufgebauten Teststrecke des ADAC sollten die Schüler die Geschwindigkeiten von herannahenden oder abbremsenden Fahrzeugen einschätzen. "Gar nicht so einfach", war die einhellige Meinung. "Die praktische Erfahrung hier im Sicherheitstraining und ein paar gute Tipps können schwere Verkehrsunfälle vermeiden und Leben retten", zeigte sich Landrat Heuwinkel von der Aktion überzeugt. Ergänzt wurde das Programm für die sechsten Klassen der Schule um eine Einweisung in die Erste Hilfe durch den schuleigenen Sanitätsdienst unter Leitung von Lehrer Michael Bosse und einen Fahrradparcours des ADAC. Bei dem Parcours stellten die Kinder ihre Geschicklichkeit auf dem Fahrrad unter Beweis und sammelten sicherheitsrelevante Erfahrungen.

Bildtext: Schüler der Klasse 6e beim Verkehrssicherheitstraining mit der Fahrschule Zöllner, Landrat Friedel Heuwinkel und Schulleiterin Karin Sensenschmidt (Foto: Saskia Frei-Klages)



tina.schell

Der Beitrag wurde am Montag, dem 16. juni 2008 um 18:57 Uhr veröffentlicht und wurde unter Startseite, Lokales abgelegt.


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