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15:59h, Mittwoch 08.10.2008
Bundespräsident zu Gast in der Alten Hansestadt

Köhler sieht Lemgo als Vorbild


Lemgo (ti). Die Alte Hansestadt außer Rand und Band: Menschenmassen versammelten sich und Rufe hallten unter den Lemgoer Bürgerinnen und Bürger: „Ich will ihn sehen, nur einmal sehen!“ Der  Besuch des Bundespräsidenten Horst Köhler mit Ehefrau Eva Luise bewegte und belebte Lemgos Breite Straße. Wie in einem Action-Thriller erlebte Lemgo mit gedämpfter Stimme in Jackettärmel sprechende Security: „Paul, bitte kommen, Paul bitte kommen“ – die Sicherheitsbeamten und Leibwächter hatten alle Hände voll zu tun, denn Horst Köhler und Ehefrau Eva Luise scheuten die Nähe zur Lemgoer Bevölkerung nicht.

Eine große und besondere Ehre wurde Lemgo zu teil, da waren sich alle einig. In seiner Amtszeit hat Bürgermeister Dr. Reiner Austermann noch keinen Bundespräsidenten willkommen heißen können, denn den letzten Besuch eines Bundespräsidenten erlebte Lemgo im August 1985 als Richard von Weizsäcker im Lemgoer Rathaus war. Horst Köhler besuchte mit Gattin Eva Luise das Lemgoer Stadtarchiv. Dort trugen sich beide unter den wohlwollenden Blicken des Bürgermeisters und des Landrats ins Goldene Buch der Alten Hansestadt und auch ins Goldene Buch des Kreises ein. Anschließend, das Wetter meinte es gut, gingen die hohen Gäste, von Security, Bodyguards und Ehrengästen begleitet, zu Fuß zum Hexenbürgermeisterhaus. Immer wieder hielten Bundespräsident und Ehefrau an, um den Lemgoern Autogramme zu geben, sie zu begrüßen, ihnen die Hand zu schütteln. Besonders angetan waren sie von Lemgos Kindern. Unter ihnen auch ein Patenkind des Bundespräsidenten. Ein Hauch von „Diana – der Königin der Herzen“ umgab Eva Luise Köhler, wenn sie sich zu den kleinen Bürgern hinunterbeugte, oder später im Hexenbürgermeisterhaus mit den Kindern des Braker Kindergartens auf „Schatzsuche“ ging. Nebenbei bemerkt, das Interesse an der Gattin des Staatsoberhauptes war unter den Lemgoerinnen nicht geringer. Etliche Bürgerinnen wollten nämlich sie „einmal, nur ein einziges Mal sehen – von Angesicht zu Angesicht“.  Hohe Persönlichkeiten in Lemgo, sie wurden mit Geschenken überhäuft, auf Schritt und Tritt vom Klicken der Kameras begleitet. In Räumen ertrugen beide geduldig das über sie hereinbrechende Blitzlichtgewitter – womit die Kinder des Braker Kindergartens hingegen überfordert waren. Sie schlossen die Augen und hielten sich ängstlich die Hände vors Gesicht: Lemgo im „Paparazzi-Wahn“. Ob Lemgo dem Bundespräsidenten gefallen hat? Ein persönliches Gespräch war natürlich nicht möglich. Bürgermeister Dr. Reiner Austermann, der mit angelegter Bürgermeisterkette ebenfalls Respekt und Anerkennung unter der Bevölkerung erntete, ist jedoch zuversichtlich. Er habe den Eindruck, dass es dem Bundespräsidenten sehr gefallen habe, wie Lemgo mit seiner historischen Vergangenheit, also seiner „Herkunft“ umgehe.  Nicht umsonst habe Horst Köhler ja ins Goldene Buch geschrieben: „Zukunft braucht Herkunft. In Lemgo wird dies gelebt – ein gutes Vorbild!“

 

Bildtext: Hoher Besuch in Lemgo: Bundespräsident Horst Köhler mit Ehfrau Eva Luise Köhler.



tina.schell

Der Beitrag wurde am Mittwoch, dem 08. Oktober 2008 um 15:59 Uhr veröffentlicht und wurde unter Lokales, Startseite abgelegt.


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