12:34h, Samstag 07.11.2009
Festakt des TuS Knetterheide
Fitter als "Jopi"
Bad Salzuflen-Knetterheide. Basketbälle für ein 100-jähriges Geburtstagskind? Ein solches Geschenk dürfte Salzuflens Bürgermeister Dr. Wolfgang Honsdorf Hochbetagten nicht allzu häufig überbringen. In Anwesenheit einer Vielzahl von Besuchern überreichte das Stadtoberhaupt am Samstagnachmittag in der Aula des Schulzentrums Aspe. sein Geschenk. Anlass war das 100-jährige Jubiläum des TuS Knetterheide.
Nach dem musikalischen Auftakt mit dem Orchester des Gymnasiums Aspe unter Leitung von Burkhard Schmidt, dem im Verlauf der Feier zwei weitere Stücke folgten, und der Begrüßung durch den Vereinsvorsitzenden Wolfgang Liese hatte das Stadtoberhaupt den Reigen der Gratulanten eröffnet. Mit "Flachgeschenken" im Gepäck war lokale und regionale Prominenz aus Politik und Sport sowie Repräsentanten benachbarter Vereine zur Feierstunde, ferner Vertreter der Sponsoren erschienen. Die ebenfalls zahlreich anwesenden Mitglieder, die diesem nach Lieses Worten "trotz seiner 100 Jahre nach wie vor jungen Verein" angehören, ermunterte Landrat Friedel Heuwinkel: "machen Sie weiter so!" Mit seinem Vorredner, mit dem er - wenn auch aus anderen Gründen die Vorliebe für die rote Farbe der Vereinsflagge teilt, war er in der positiven Bewertung eines traditionsreichen, gleichzeitig aber dank seines zeitgemäßen Angebots modernen Sportvereins einig. Dr. Honsdorf und - etwas später Willi Terschluse vom Stadtsportverband - wiesen auf den Salzufler "Pakt für den Sport" hin und betonten, wie sehr rege Vereinstätigkeit diesen mit Leben erfüllt. Vergleiche mit einem anderen Hochbetagten, Johannes Heesters, zog Terschluse und sah dabei das Knetterheider Geburtstagskind als deutliche fitter an. Den historischen Vergleich zu 1000 Jahren Varusschlacht bemühte Friedel Heuwinkel bewusst nicht, wohl aber zu 60 Jahren Bundesrepublik und 20 Jahren Mauerfall.
Tatkräftige
Mitglieder
Im Hinblick auf die in Folge globaler politischer Ereignisse des zurückliegenden Jahrhunderts wechselvolle Geschichte freute sich Dr. Gustav Altevogt "dass der TuS Knetterheide immer wieder auf die Beine gekommen ist". Dieses sei den tatkräftigen Mitgliedern zu verdanken, ergänzte der Repäsentant des Westfälischen Turnerbundes und überreichte zwei neue Fahnenbänder. Die Rolle dieses Sportvereins, Jung und Alt im positiven Sinn zusammen zu bringen, betonte Bärbel Happ, Präsidentin des lippischen Kreissportbundes. Den besonderen Angeboten des Verein, Selbstverteidigung für Kinder und Tai Chi, zollte Ulla Heißenberg vom Lippischen Turngau hohe Anerkennung.
Einen besonderen Höhepunkt im Programm, durch das als Moderator Dirk Schwerdfeger führte, bildeten die Ernennungen der Ehrenmitglieder. Rührung kam auf, als Wolfgang Liese Wilfried Reipke, Friedel Hokamp, Erwin Gellhaus, Walter Herzog, Heinz Grefe, Gustav Erfkamp sowie in Abwesenheit Willi Laghusemann, und Willi Rottschäfer für ihre Verdienste mit Urkunden ehrte. Die "Altgedienten", die ihrem Verein an Lebensjahren nur in wenig nachstehen, sind zwischen 63 und 75 Jahren mit dabei. In seiner Laudatio würdigte der Vorsitzende die Mitwirkung Wilfried Reipkes und Friedel Hokamps, die durch turnerische Leistungen großen Anteil am Wiederaufbau der Turnabteilung nach dem zweiten Weltkrieg hatten. Lobende Worte auch für Erwin Gellhaus und Walter Herzog. Großes geleistet hatten Gellhaus als Torwart und Herzog als Abwehrspieler beim Pokal-Gewinn der "Lippischen Rose". Liese würdigte Gellhaus' Vorbildfunktion und Herzogs Betreuer-Tätigkeit, bei der auch er (Liese) viel gelernt habe. Die erfolgreicher Arbeit im Schüler- und Jugendbereich über lange Zeit, mit denen Heinz Grefe den TuS über die Grenzen hinaus bekannt machte, betonte Liese ebenfalls. Teil der Erfolgsgeschichte des Vereins sind auch Gustav Erfkamp, Willi Rottschäfer und Willi Laghusemann.
Die vergnügliche, zweitteilige Zeitreise durch das Jahrhundert der Vereinschronik, auf die Andreas Tiedke sein Publikum mitnahm, rundete den Festakt ab. In zwanglos-heiterer Atmosphäre ließen Ehrengäste, Vereinsmitgieder und Freunde bei Sekt und deliziösen Häppchen die Feierlichkeiten ausklingen.
Foto: Die Geehrten, sitzend: Erwin Gellhaus und Gustav Erfkamp, stehend: Wolfgang Liese, Heinz Grefe, Friedel Hokamp, Walter Herzog und Wilfried Reipke.
rudolf.kopp
Der Beitrag wurde am Samstag, dem 07. November 2009 um 12:34 Uhr veröffentlicht und wurde unter Sport, Startseite abgelegt.
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